Die Entstehung

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Seit Jahren werden die Kriminalgeschichten von Arthur Conan Doyle medial vermarktet. Zwei Kinofilme mit der herausragenden Musik von Hans Zimmer, dann jüngst die BBC-Serie "Sherlock" mit Benedict Cumberbatch in der Titelrolle! Meine eigene Sherlock-Holmes-Begeisterung ist allerdings viel älter. "Der Mann, der Sherlock Holmes war" mit Heinz Rühmann in der Titelrolle - ja, dieser alte Film von 1937 ist mir seit der Kindheit in Erinnerung geblieben. Die Hörspiel-Serie, die vor allem meine Kinder hörten, nach wie vor großartig. Aber es war vor allem die BBC-Fernsehserie seit 2010, die die historische Gestalt in die heutige Zeit transportiert (was nicht immer gelingt), die mich begeisterte. Der unglaubliche Wortwitz der Dialoge, das ewige Spiel mit der Frage, ob Sherlock tatsächlich nichts mit Gefühlen und Frauen anfangen kann, oder nicht doch irgendwie...

Nach "Krabat" von 2013 war einige unkreative Zeit vergangen, unbewusst suchte ich wohl schon länger nach einem geeigneten neuen Stoff für ein MTS-Musical. Denn dieser Anspruch - etwas Eigenes zu kreieren, eine Uraufführung, nicht bloß etwas nachzumachen - das ist halt die Königsdisziplin bei Schulmusicals. Wäre "Sherlock" nicht ein geeignetes neues Projekt? Spannend, witzig, schülernah!

In den letzten Sommerferien 2017 begann ich, ein Skript zu schreiben. Es war schwerer als gedacht! Vor allem die Frage, welcher Fall im Stück eine Rolle spielen sollte. Einer der originalen Fälle der Romanvorlage? Sollte ich mich an den Filmen orientieren? Einen eigenen Fall schreiben? Das schien mir sehr ambitioniert. Es ist dann letztlich eine Mischung geworden.

Der erste Akt orientiert sich vage an einem originalen Fall: "Ein Skandal in Böhmen". Der wird auch in der Fernsehserie zitiert, weil sich hier die interessanteste Gegenspielerin von Sherlock präsentiert, die unbedingt auch im Musical vorkommen musste: Irene Adler. Doch dieser Fall gab nicht genug für die Bühne her, musste verändert, ausgeweitet werden. Und so ist der zweite Akt über weite Strecken doch eine eigene Erfindung geworden. Hier gilt es, dem Erzbösewicht Professor Moriarty Einhalt zu gebieten, der am Ende des ersten Akts als Ursache allen Übels auftaucht. Nun beginnt eine Verfolgungsjagd quer durch London, und nur Sherlock Holmes weiß frühzeitig, worauf alles rausläuft.

In den Herbstferien 2017 war der Text weitgehend fertig, ich habe ihn Herrn Lange gezeigt, ob das Ganze denn überhaupt etwas taugt. Nach seinem "ok" habe ich im Januar 2018 mit der Musik begonnen. Es fing sehr schleppend an, steigerte sich dann aber zu einem regelrechten Rausch: jedes Wochenende saß ich an ein, zwei Songs, uralte musikalische Ideen ließen sich wie von Zauberhand einbauen, und so war ich am Ende des letzten Schuljahres tatsächlich pünktlich fertig! Ob es etwas taugt, das wird sich erst im Laufe der Probenarbeit herausstellen.

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Berthold Mann-Vetter